Ökonomie & Technik

ALPLA als regionaler Wirtschaftsfaktor

In den letzten vier Jahren ist ALPLA insbesondere in Asien und der Region Africa, Middle East & Turkey (AMET) gewachsen. Die Amerikas waren stabil bzw. verzeichneten einen leichten Rückgang. In Zentral- und Ost-Europa war das Wachstum im Berichtszeitraum relativ stark. Dennoch sehen wir diese Region in Zukunft nicht mehr als entscheidenden Wachstumsmarkt, da wir hier bereites eine hohe Marktsättigung erreicht haben. In Zukunft erwarten wir in Asien und AMET ein hohes Wachstum von über 10 Prozent jährlich.

Global wachsen wir bis 2022 kontinuierlich jedes Jahr um 3 Prozent, d.h. bis 2022 sind wir um 12,5 Prozent gewachsen. Dabei wachsen wir in den Regionen Asien und AMET bis 2022 um insgesamt 45 Prozent gegenüber dem Vergleichsjahr 2018.

Die globale Präsenz von ALPLA bietet viele Vorteile. Unsere Kunden profitieren in der Zusammenarbeit – besonders bei der Entwicklung neuer Produkte – von kurzen Wegen und unseren global gültigen Qualitäts- und Produktionsstandards. Zudem schaffen wir an allen unseren Standorten gefragte Arbeitsplätze.

Christoph Hoffmann, Director Corporate Strategy, Sustainability & Circular Economy.

Durch die Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern und Lieferanten ist ALPLA auch indirekt ein wichtiger Impulsgeber der regionalwirtschaftlichen Entwicklung. Neben internationalen Markenkonzernen zählen auch viele lokale Unternehmen zu unseren Kunden. Besonders in Wachstumsmärkten wollen wir diese Beziehungen ausbauen.

Wachstumsregionen

Die stärksten Wachstumsraten erzielte ALPLA im Berichtszeitraum in Afrika und Asien.

Die Region Africa & Middle East (AMET) war im Berichtszeitraum von der größten Akquisition in der Unternehmensgeschichte von ALPLA geprägt. Im Juli 2017 informierte ALPLA über den Kauf des afrikanischen Marktführers Boxmore Packaging mit neun Standorten und rund 1.000 Mitarbeitern. ALPLA CEO Günther Lehner bezeichnete Afrika in einer Pressemitteilung als „attraktiven Wachstumsmarkt“ und die Akquisition als eine „Basis für den Markteintritt in Südafrika“.

Ende 2018 unterzeichnete ALPLA einen weiteren Kaufvertrag, der die vollständige Übernahme von Zamil ALPLA besiegelte. Bereits 2008 hatten ALPLA und Zamil ein Joint Venture gegründet, an dem ALPLA bis Ende 2018 49 Prozent gehalten hatte. Die Standorte in Dammam, Jeddah (beide Saudi-Arabien) und Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) werden wie bisher mit allen Mitarbeitenden unter dem Namen ALPLA weitergeführt.

ALPLA Competence Center Shanghai

China gilt für viele Branchen als Wachstumsmarkt schlechthin, das gilt auch für die Verpackungsindustrie. Tempo und Flexibilität prägen das Marktgeschehen in dieser Region gleichermaßen: Der Markt ist hoch dynamisch, die Konkurrenz groß. Kunden verlangen kurze Entwicklungszeiten, um Produkte rasch einführen zu können. ALPLA setzt dennoch auf nachhaltiges Wachstum. Sowohl der Ausbau bestehender Kundenbeziehungen als auch die Akquisition neuer lokaler Kunden sind wichtige Faktoren. Die Eröffnung des Competence Center in Shanghai im März 2016 war daher ein bedeutender Meilenstein für die Entwicklung von ALPLA China. Es ist nicht nur der regionale Hauptsitz in China, sondern auch Technologie- und Ausbildungszentrum der Region. Das moderne Technical Center bietet Kunden und Geschäftspartnern im nordasiatischen Raum hervorragende Services: vom 3-D-Design über die Herstellung von Pilotwerkzeugen bis hin zum Kunstharz-Druck. Ein Quality Lab und der eigene Werkzeugbau stellen die ALPLA Qualitätsstandards sicher. ECommerce und die hohe Nachfrage nach luxuriösen Kosmetikprodukten sind aktuelle Trends im Konsumentenverhalten.

Großes Potenzial und große Herausforderungen zugleich bietet Südostasien (SEAS). Diese Region verzeichnete in den vergangenen Jahren ein starkes Wirtschaftswachstum. Die Heterogenität der Länder gestaltet die Führung und Organisation in der Region anspruchsvoll. ALPLA setzt darauf, sich klar im Markt zu positionieren. Qualität und Produktperformance sind angesichts des hohen Preisdrucks wesentliche Erfolgsfaktoren.

Wachstumsregionen
2015 2016 2017 2018
ALPLA Werke 159 160 176 178
Länder 42 43 45 46
Neue Werke 12 7 17 4
Geschlossene Werke 7 6 1 2
Neue Länder Ägypten, Vereinigte Arabische Emirate Iran, Angola, (Bosnien geschlossen) Sambia, Mauritius Griechenland

Ausblick

Ein besonderer Schwerpunkt liegt in Zukunft auf dem Ausbau unserer Recyclingaktivitäten. Investitionen in moderne Recyclingtechnologien und neue Partnerschaften stehen auf dem Plan.

Für die Erschließung neuer Marktsegmente hat die Akquisition von Argo S.A. mit zwei Standorten in Griechenland und Bukarest neue Möglichkeiten eröffnet. Argo war seit seiner Gründung im Jahr 1970 auf Verpackungslösungen für die Märkte Pharmazie und Körperpflege spezialisiert. Am griechischen Standort baut ALPLA nun ein Kompetenzzentrum für den Pharmamarkt auf. Generell sehen wir in den Bereichen Medizin und Gesundheitsvorsorge attraktive Wachstumschancen. Im Marktsegment Lebensmittel erwarten wir durch die Substitution von Glas und Metall durch Kunststoff Zuwächse.

Zusammensetzung der Managementteams in den Wachstumsregionen

In unseren Wachstumsregionen Asias und AMET (Afrika, Mittlerer Osten und Türkei) haben wir die Managementteams nach ihrer Herkunft untersucht.

In den Top-Managementteams der Regionen (die sog. Regional-Managementteams) sind je nach Region einige internationale Vertreter (AMET 50 Prozent, SEAS & CHIN ca. 33 Prozent). In Indien besteht das Team inkl. des Regionalmanagers zu 100 Prozent aus lokalen Mitarbeitern.

Das Verhältnis wird auf der Ebene des Plant-Managements noch deutlicher. Nur noch ein sehr geringer Anteil in AMET und SEAS ist international, der Rest der Management-Belegschaft setzt sich aus lokalen Mitarbeitenden zusammen. Dieses Verhältnis wird auf Ebene (ohne Grafik) aller Mitarbeitenden prozentual immer mehr.

Hierdurch wird deutlich, dass wir versuchen, in unseren Wachstumsmärkten lokal verwurzelt zu sein und dies durch die Rekrutierung vornehmlich lokaler Mitarbeitenden hervorheben. Aufgrund unserer internationalen Ausrichtung ist es betriebswirtschaftlich allerdings notwendig, einen gewissen Anteil in den Regional-Managementteams mit internationalen Mitarbeitenden zu besetzen.