Ökonomie & Technik

Eine Vielzahl an Chancen und Herausforderungen

Unter allen Regionen hat Südamerika für ALPLA eine besondere, historische Bedeutung. Venezuela war das erste Land außerhalb Europas, in dem Firmengründer Alwin Lehner vor gut 50 Jahren einen Standort eröffnete.


Ein Gespräch mit Regional Manager Christoph Schneider über ALPLA in Südamerika.

Welche Faktoren und Rahmenbedingungen zeichnen die Region Südamerika aus?
Südamerika ist eine sehr große Region mit rund 400 Millionen Einwohnern in 13 Ländern. ALPLA betreibt aktuell acht Produktionswerke und zehn Inhouse-Werke in vier Ländern: Brasilien, Argentinien, Kolumbien und Venezuela. In allen genannten Ländern ist ALPLA marktführend, wir verteidigen diese Position erfolgreich und wollen sie natürlich weiter ausbauen.

Die größte Herausforderung ist sicher das wechselhafte wirtschaftliche Umfeld. Wachstumsphasen und wirtschaftliche Krisen lösen einander in rascher Folge ab. Das verlangt von uns und unseren Mitarbeitenden Flexibilität. Wir brauchen ein gutes Anpassungsvermögen an die jeweilige Marktsituation, um die Wünsche unserer Kunden zufriedenstellen zu können.

In den vergangenen Monaten ist der Ruf nach einer effizienten Kreislaufwirtschaft immer lauter geworden, wie wirkt sich dieser Trend in Südamerika aus?
Die Verwendung von Recyclingmaterial gewinnt hierzulande an Bedeutung. Wir verarbeiten seit vielen Jahren recyceltes PET in unseren Werken, aber die Mengen sind mit jenen in Europa nicht vergleichbar. Dennoch steigt die Nachfrage kontinuierlich. So haben wir in Brasilien Anfang 2018 eine Shampoo-Flasche aus HDPE mit einem Recyclinganteil von 35 Prozent auf den Markt gebracht – ein Ergebnis der engen Zusammenarbeit mit unserem Kunden Unilever, einem Recyclingunternehmen und unserem Technic Center in Louveira. Viele Tests und Anpassungen waren nötig, die Entwicklung hat mehr als ein Jahr in Anspruch genommen. Erfreulich ist, dass wir nun bereits weitere ähnliche Projekte gestartet haben. Ich sehe darin die Bestätigung, dass unsere Kunden in Südamerika für nachhaltige Verpackungslösungen offen sind. Wichtig ist, dass genügend Recyclingmaterial verfügbar ist. Das ist derzeit noch nicht der Fall, aber wir sehen auch hier einen Aufwärtstrend.
 
Welche Maßnahmen setzt ALPLA, um eine energieeffiziente und nachhaltige Produktion in der Region zu gewährleisten?
Wir wenden in unseren Werken natürlich die international gültigen ALPLA Standards an. Modernste Maschinen und Best Practices aus anderen Regionen unterstützen mich und meine Mitarbeitenden beim Erreichen unserer Ziele. Konkret haben wir in den vergangenen Jahren Maßnahmen für einen optimierten Wasser- und Energieverbrauch implementiert, die sehr gute Ergebnisse zeigen. Durch die Installation von geschlossenen Wasserkreisläufen haben wir beispielsweise den Wasserverbrauch um bis zu 80 Prozent reduziert.
 
Und welche Initiativen setzt ALPLA im sozialen Bereich? Ist auch in Südamerika der Spirit der ALPLA Familie gegenwärtig?
Ja, das ist eine gute Formulierung. Tatsächlich haben wir nicht nur mit unseren Mitarbeitenden eine gute Beziehung, sondern auch mit ihren Familien. Wir organisieren zum Beispiel Family Days. Da kommen die Familien in unsere Betriebe und erleben, was wir herstellen und wie wir das machen. Diese Initiativen sind eine gute Gelegenheit, um gesellschaftlich wichtige Themen wie Gesundheit, sicheres Arbeiten oder Umweltschutz zu vermitteln. In einigen Ländern haben wir spezielle Förderprogramme für die Kinder unserer Mitarbeitenden. Es ist uns ein Anliegen, eine gute Ausbildung der jüngsten Mitglieder der Gesellschaft zu fördern und zu würdigen. Deshalb bieten wir Jugendlichen schon während der Schulzeit die Möglichkeit, in unseren Betrieben zu schnuppern und ALPLA als möglichen Arbeitgeber kennenzulernen.
Christoph Schneider, Regional Manager, South America, started his career with ALPLA in Markdorf, Germany, in 1995. Just one year later, he became the manager of operations in Argentina, where he lives to this day with his family.

FACTBOX

  • Länder: 4 (Brasilien, Argentinien, Kolumbien und Venezuela)
  • Erstes Werk: 1968 in Venezuela
  • Werke: 18 (8 Base Plants, 10 Inhouse)
  • Mitarbeiter: 1967


Kunden: Unilever, Coca-Cola, Procter & Gamble, Cargill, Bunge, L’Oréal, SC Johnson, Exxon Mobil, Reckitt Benckiser und andere